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Dorfentwicklung und Klimaschutz
Klimaschutz ist allgegenwärtig und umfasst:
Logo - Dorferneuerung und Klimaschutz
  • die Vermeidung von CO₂-Emissionen durch verändertes Handeln (Suffizienz),

  • die Verringerung von CO₂-Emissionen durch eine verstärkte Effizienz in der Nutzung von Energieträgern,

  • die Steigerung der Produktion erneuerbarer Energie.
Alle drei Aspekte des Klimaschutzes wirken auch auf und durch das Dorf und seine Dorfgemeinschaft. Darüber hinaus wird nach Carel Mohn, European ClimateFoundation, gerade die Energiewende im ländlichen Raum weit pragmatischer umgesetzt als in den urbanen Regionen Deutschlands.

Dies ist der Kontext, in dem die U.A.N. seit Mitte Juni 2014, beauftragt vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund, das Modellvorhaben „Dorferneuerung und Klimaschutz“ durchführt. Gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz werden in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzagentur Region Hannover gGmbH und dem Planungsbüro mensch und region Böhm, Kleine-Limberg GbR die drei niedersächsischen Dorfregionen Duderstadt (LK Göttingen), Holte-Lastrup (LK Emsland) und Wahrenholz (LK Gifhorn) modellhaft dabei unterstützt, Klimaschutz in ihre Dorferneuerungsverfahren zu integrieren.

Hintergrund und Ziel des Modellvorhabens
Bislang finden Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen der Dorfentwicklungsplanung eher weniger Berücksichtigung, obgleich gerade diese Verbindung auf vielfältige Weise Synergien erwarten lässt. In manchen Fällen scheinen die gestalterischen Ziele der Dorferneuerung (und ihrer finanziellen Förderung) sowie Klimaschutzmaßnahmen (z.B. die Dämmung der Gebäudehülle, Dachflächenbelegung mit Solarenergieanlagen) einander entgegen zu stehen. Diese und andere Konfliktfelder aus konkurrierenden Entwicklungszielen und Interessen sollen in dem Modellvorhaben analysiert und mit klimaschutzgerechten, an die Dorferneuerung angepassten und übertragbaren Lösungsvorschlägen ausgeräumt werden. Insbesondere soll der Frage nachgegangen werden, wie der Klimaschutz mit der Entwicklung der Dorfgemeinschaft, der Dorfgestalt und dem persönlichen Handeln vorteilhaft verbunden werden kann.

Das Modellvorhaben soll auf äußerst konstruktive Art und Weise Wege zur Vereinbarkeit der Zielsetzungen aus Klimaschutz und Dorferneuerungsplanung aufzeigen und konkrete Hinweise zur nachhaltigen Veränderung der Dorfentwicklungsplanung/der Dorferneuerungsrichtlinien geben.

Das Ziel ist ein beispielhafter Prozessablauf, der auf andere Dörfer/Dorfregionen übertragbar ist und idealerweise auch ohne besonderes Programm des Landes aufgenommen und durchgeführt wird.

Umsetzung des Projektes
Die U.A.N. und ihre Umsetzungspartner werden vor Ort in den teilnehmenden Dörfern aktiv. Sie unterstützen die Gemeinden und Dorferneuerungsplaner bei der Einbindung von Klimaschutzmaßnahmen in die Dorferneuerungsplanung. Dafür integrieren sie lokale Beratungskampagnen, die Durchführung von Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie z.B. Schulungsmaßnahmen für Planer und Handwerker in die aktuelle Dorferneuerungsplanung.

Zusätzlich zu den praktischen Ergebnissen in den drei Dorfregionen sollen durch das Projekt folgende überregional relevanten Fragestellungen bearbeitet werden:
  • Wie weit verändern die Anforderungen des Klimaschutzes den Kulturraum Dorf?

  • Welche Handlungsvorschläge oder Klimaschutzlösungen sind für zukünftige Dorfentwicklungsstrategien notwendig?

  • Wie können Suffizienz- und Effizienzstrategien sowie die Nutzung von regenerativen Energiequellen dorfgerecht umgesetzt werden?

  • Wie sollte in Zukunft der Klimaschutz in der Förderung durch die Dorferneuerung berücksichtigt werden?
Entsprechend den Dorferneuerungsverfahren in den Beispielregionen läuft das Modellvorhaben bis Ende 2017.

Details und Aktuelles zum Projekt finden Sie unter www.dorf-und-klima.de.


Ansprechpartner für das Projekt ist





Silke Nolting
Tel.: 0511 / 30285-62
E-Mail: nolting@uan.de